Burgpreppach, Sankt Konrad von Parzham

3 Glocken im Chorturm

Trotz der vergleichsweise jungen Geschichte des inmitten der Nazizeit geweihten Kirchengebäudes gibt es zu den Glocken einiges zu sagen: Zur feierlichen Weihe der Kirche hat man zunächst die Glockengießerei Ulrich 1934 mit dem Guss von drei Glocken beauftragt. Doch bereits nach wenigen Jahren musste das neue Geläute im 2. Weltkrieg als Metallspende eingezogen werden - keine einzige Glocke verblieb auf dem Turm. Aufgrund des geringen Alters der Glocken war sicher davon auszugehen, dass sie alle eingeschmolzen werden müssten. Umso erstauntlicher wohl der Fund der vom damaligen Kuraten Henny gestifteten, völlig unversehrten Muttergottesglocke nach Kriegsende. So konnte zumindest eine der am 26. Dezember 1934 gegossenen Glocken wieder in der Burgpreppacher Kirche läuten. Eine unerwartete Stiftung versetzte die Gemeinde schließlich 1949 in die Lage eine historische Glocke aus dem Lager der Firma Hörz zu erwerben - sie wurde 1652 von Georg Werther im nicht unweit gelegenen Coburg gegossen. Nach der Verfügbarkeit von weiteren finanziellen Mitteln konnte 1956 mit dem Ankauf der Kunigundenglocke aus Sankt Heinrich in Bamberg die Lücke zwischen den beiden Glocken geschlossen werden. Die Glocke war übrig geblieben, nachdem für Sankt Heinrich ein mächtiges Stahlgeläute angeschafft worden war. Einige Jahre nach Montage des Geläutes betraute man 1962 die Firma Perner mit dem Einbau von Läutemaschinen - bei dieser Gelegenheit wurde die historische Marienglocke gedreht um der Entstehung eines Risses vorzubeugen. Trotz der unterschiedlichen Gießer und Gussjahre kann dem im Gloria-Motiv erklingenden Geläute eine gewisse Spannung und Klangqualität nicht abgesprochen werden.

Die einzelnen Glocken im Überblick

Bilder der Glocken als Diashow (per Klick)

Glocke 1, Marienglocke (Ton: fis', Durchmesser 1070 mm) Gegossen 1934 von den Gebrüdern Ulrich, Apolda              "DES HEILANDS MUTTER LAUT ZU LOBEN SEI GLEICHES ZIEL: EUCH DRUNTEN, MIR HEROBEN (Flanke, Rückseite) O MARIA BITTE FÜR DEIN VOLK (Flanke, Vorderseite) ORA PRO NOBIS STA. DEI GENITRIX PATE: ALBERTUS HENNY CURATUS GESTIFTET (Schulterumschrift)

Glocke 2, Wendelin (Ton: gis', Durchmesser 970 mm) Gegossen 1929 von den Gebrüdern Hamm in Regensburg "SANCTA CUNEGUNDIS ORA PRO NOBIS" (Flanke) 1929 G. HAMM RATISBONIS

Glocke 3, Josef (Ton: h', Durchmesser 790 mm)   Gegossen 1653 von Georg Werther in Coburg                    "T A GOS MICH 1652 ANTREAS RABA GEORG WERTHER VONN COBURGK (Hals) AVE MARIA GRATIA PLENA DOMINVS TECVM CASPARVS HELVHNICH ANTRESLVTZS" (Schulter)